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27.6.14 (Reykjavík): Heute Nacht pünktlich in Keflavík gelandet und gegen 1/2 3 in Laugardalur im Zelt gelegen. Es ist recht frisch bei 10 bis 13 Grad, gelegentlich Schauer. Im Kaffitár auf der Laugavegur habe ich ausführlich die Wettervorhesage für die nächsten Tage studiert: Morgen und am Sonntag ok, dann gar nicht gut. Die Sprengisandur ist noch gesperrt, es fährt kein Bus nach Nyídalur. Ich muss also auf meine Backup-Tour zurückgreifen, von Hveravellir nach Húsafell, denn die Kjölur ist befahrbar. Das heißt mogen um 5 audstehen, damit ich vor dem Bus um 8 noch gemütlich frühstücken und mein Gepäck aufgeben kann.

30.6.14 (Im Zelt): Nach Húsafell sind es Luftline noch ca. 25 km. Die letzten zwei Tage habe ich bei gutem Wetter viel Strecke gemacht, ehe ich heute nach gut 3 h jäh gestoppt wurde. Das angekündigte schlechte Wetter ist da.
Anfangs hat es nur leicht genieselt, sonst hätte ich mich heute früh am Reykjavatn erst gar nicht auf den Weg gemacht. Es führt sogar eine Piste zu diesem See und ich überlegte ihr zu folgen. Sie erwies sich aber für meinen Geschmack als zu kurvig, so dass ich mich für den direkten Weg durch die Lava entschied. Nach etwa 1 h hat es sogar kurz aufgehört zu regnen. Aber es sah nicht gut aus. Der Eiriksjökull im Süden lag unter einer schweren, dicken Wolkendecke, in die der Berg hineinzudampfen schien; die Gletscherzungen glichen dem Schaum an einem Spaghettitopf, der überkocht. Nach einer weiteren Stunde ging dann auch richtig los: Starkregen und ein kräftiger Südwind (also wenigstens nicht direkt ins Gesicht). Gegen 1/2 11 war ich dann mürbe und hielt nach einem Platz Ausschau, auf dem ich mein Zelt aufstellen und, falls nötig, auch eine Zeit lang durchhalten könnte. Mir war inwendig so kalt, dass mich auch die Bewegung nicht mehr gewärmt hat. Das ist bei mir ein Alarmsignal. Ich durchquerte gerade die Ausläufer des Hallmundarhrauns und mit hübschen Zeltplätzchen war es nicht weit her. Schließlich entdeckte ich am Lavarand einen schmalen Grünstreifen, der so aussah, als würden die Häringe darin halten und als gäbe in der Nähe Wasser (auch wenn ich's nicht sehen konnte). Zu meiner Überraschung querte ich unmittelbar davor eine Piste, allerdings eine von der gröberen Sorte. Vielleicht die selbe, die zum Reykjavatn führt. Eilends stellte ich das Zelt auf, legte die Isomatte zurecht, breitete ein paar feucht gewordene Utensilien zum Trocknen aus und breitete den Schlafsack über mich aus. Eine Weile hörte ich dem prasselnden Regen zu und der Zeltwand, die im Wind schlug. Dann schlief ich ein.
Gegen 1/2 1 wachte ich auf. Der Regen hatte nachgelassen und etwas später hörte er ganz auf. Ich blickte aus dem Zelt und da ließ sich sogar die Sonne ein wenig sehen. Die Gelegenheit nutzend hängte ich nasse Sachen über einen großen Lavabrocken in der Nähe. Dann suchte ich nach Wasser und wude überraschend kaum 10 m weiter fündig, wo ein kaum 30 cm breites Bächlein durch die Wiese mäanderte. Glück gehabt.
Der Himmel im Südwesten zwischen Eiriksjökull und Strútur (dem weithin sichtbaren, markanten Kegel kurz vor Húsafell) sah weiterhin grau-schwarz bedrohlich aus. Ich riskierte es nicht weiterzugehen, bereitete statt dessen einen kleinen Imbiss aus Flatkäkur, Salami, Schokolade und Erdnüssen zu und legte mich wieder ins Zelt. Es wurde jetzt richtig warm, wenn die Sonne mal längere Zeit schien. Nach 2 h klopfte es plötzlich an mein Zelt. Ich dachte schon an eine besonders dicke Mücke, ehe ich realisierte, dass es die ersten, dicken Regentropfen waren. Schnell brachte ich meine feuchten Kleider draußen in Sicherheit und bald fing es richtig zu schütten an. Nach einer 1/2 h Lesen schlief ich wieder ein.

28.6.14 (Hveravellir) Der Bus kam um 1/2 3 in Hveravellir an, nach Aufenthalten am Geysir, Gullfoss (Gemüseeintopf mit Lamm!) und einem Abstecher in die Kerlingarfjöll (Mücken!). Die kannte ich nur von unserer 2010er Wintertour und mir fiel auf, dass inzwischen kein Fluss mehr zu furten war (was uns 2010 noch zu einem Umweg zwang). Überhaupt haben sie mir im Winter besser gefallen; jetzt hatten sie was von einer großen Baustelle.
In Hveravellir füllte ich nur schnell meine Wasserflasche und brach sofort nach Nordwesten auf. Das Gelände ist dort sehr sumpfig; gelegentlich musste ich über einen Zaun steigen. Nach ca. 1 1/2 h ging es hinauf zum Djöflasandur. Weiterhin musste ich viele Bäche queren und insgesamt furtete ich an diesem Tag 6 mal, wobei mit jedem Höhenmeter das Wasser kälter wurde, am Ende fast schmerzhaft. Es bot sich oben ein schöner Blick auf den Langjökull, gerade auf die Gegend, wo wir im Winter 2002 vom Gletscher abgefahren waren und unser Nachtlager errichteten. Heute ging es etwas anders weiter Richtung Hundavötn. Davor war noch ein Pass zu überwinden, ehe ich oben auf eine völlig anders geartete Hochebene gelangte. Bisher war es vor allem grün um mich herum gewesen, mit vielen Bachläufen und niedrigem Gestrüpp. Jetzt gab es plötzlich nur noch braun, grau und weiß und statt Heidekraut eine Steinwüste. Ich fing an nach geeigneten Zeltplätzen für die Nacht Ausschau zu halten, aber das gestaltete sich ganz schwierig. Nicht nur wegen des flächendeckenden Gerölls, sondern auch wegen des extrem morastigen Untergrunds. Ich ließ die Hundavötn rechts liegen und folgte weiter meinem Weg immer am Rand des Langjökull entlang. Der Weg über dieses grobe Gestein ist sehr ermüdend und stellenweise sank ich 20 cm tief im Morast ein und musste aufpassen wieder rauszukommen, ohne dass mir die Soße in die Schuhe gelaufen wäre.
Im Nachhinein war dieser Abschnitt der beeindruckendste der ganzen Tour, aber als ich im Dämmerlicht durch dieses graue Gestein zwischen schwarzen Bergen stapfte, war es schon trostlos und ich fühlte mich sehr allein. Es ging schon auf 10 Uhr zu als ich ein letztes Mal furten musste und danach meine Füße kaum noch spürte. Jetzt musste vor dem nächten Fluss ein Zeltplatz her, ich hatte keine Lust mehr. Der kam denn auch (der Fluss, nicht der Platz) und ich beschloss mir einen Platz zu bauen, wenn es schon so keinen brauchbaren gab. Ich befreite den sandigen Untergrund am Flussufer vom groben Geröll und, so gut es ging, von unzähligen, kleinen, spitzen Steinchen, stellte mein kleines Zelt auf und beschwerte die Häringe mit Steinbrocken (von denen es ja genug gab), weil sie im Sand kaum Halt fanden.

29.6.14 (Zum Reykjavatn) Am Morgen hörte ich feinen Sprühregen auf's Zeltdach prasseln. Es war aber eher ein Nebelreißen, als echter Regen. Ich hatte gut geschlafen und machte mir gegen 1/2 8 mein Müsli und einen echten (!) Espresso in einer richtigen (!) Espressokanne. Etwas Luxus muss sein. Mein nasses Zelt hatte ich schnell zusammengepackt und brach gegen 1/2 9 auf.
Zunächst war der Fluss zu furten und es war genau so kalt wie befürchtet. Dann ging ich weiter durch den Nebel, von der Gegend war nicht viel zu sehen. Zu hören auch nicht, Nachdem ich den Fluss hinter mir gelassen hatte war es vollkommen still. Wieder das Gefühl totalen Alleinseins, aber am Morgen irgendwie heiterer, auch wenn keine Sonne zu sehen war. Eine wunderbar friedliche Stimmung. Bald ging es in mehreren Stufen ziemlich steil bergab, wobei ich nie bis zum nächsten Absatz sehen konnte. Zahlreiche Altschneefelder machten den Abstieg recht angenehm, da ich das ewig gleiche, grobe Geröll verlassen konnte. Auf jedem neuen, tiefer gelegenen Absatz wurde die Sicht besser.
Je tiefer gelegen, desto größer waren die Absätze zwischen den Stufen, schließch regelrechte Plateaus, die zu queren eine halbe Stunde oder länger dauerte. Im Wesentlichen ging das so weiter bis der Hallmundarhraun in Sicht kam. Inzwischen hatte sich der Nebel verzogen, es war sogar sonnig und warm. Mit der Sonne und Wärme kamen auch die Mücken. Und zwar in solchen Massen, dass ich mangels Mückennetz mein Buff-Tuch zeitweise bis über die Augen zog. Das ging aber nicht vernünftig, da zu schlechte Sicht. Statt dessen zog ich es über Mund und Nase und versuchte den Schlitz zwischen Sonnenbrille und Augen möglichst abzudichten. Mit mäßigem Erfolg, denn es zwängten sich trotzdem immer wieder Mücken durch den Schlitz. Aber wenigstens krabbelten sie nicht in Nase und Ohren. Ich durchquerte eine letzte Ebene und hatte den Hallmundarhraun erreicht.
Jetzt stand eine schwierige Entscheidung an: Vor mir türmte sich dieses riesige Lavafeld auf und Wasser nachzufüllen hatte ich seit dem Morgen keine Gelegenheit gehabt. Wenn ich den Eiriksjökull im Süden passieren wollte, dann würde ich jetzt den Hallmundarhraun durchqueren müssen. Die Route reizte mich sehr, aber ich misstraute erstens der Lava, zweitens meinen Wasservorräten (es war jetzt richtig heiß in der Sonne) und drittens vor allem dem Wetter, das ab morgen schlechter werden sollte. Ich entschied mich schließlich, es einfach zu versuchen.
Wie gesagt türmt sich das Feld vor dem Wanderer auf, so dass es stetig bergan geht. Das ging anfangs auf relativ ebener Stricklava besser als erwartet. Nach einiger Zeit wurden die Lavabrocken immer größer. Fester Untergrund wechselte sich mit "Bröckellava" ab: Extrem brüchig, scharfkantig und spitz. Ich musste höllisch aufpassen, denn auf dieser Lava auszurutschen wäre richtig schmerzhaft. Das Gestein türmte sich inzwischen so hoch, dass es regelrechte Täler, Spalten und Schluchten bildete, die zu queren, vermeiden oder überwinden es galt. Obwohl es in Summe immer bergauf ging, musste ich dazwischen immer wieder absteigen und in gewundenen Bahnen meinen Weg suchen. Das war richtig mühsam. Etwa 1 1/2 Stunden tat ich mir das an, ehe ich stoppte um Bilanz zu ziehen. Mein GPS sagte mir, dass ich in diesem Tempo noch mindestens 6 h durch die Lava unterwegs sein würde. An Zelten war in diesem Feld nirgends zu denken, abgesehen davon, dass es auch kein Wasser gab. Im Norden breitete sich die Arnarvatnsheiði aus, verlockend frisch und grün. Ich gab auf.
Um diesen Grünstreifen zu erreichen musste ich jetzt nach Nordwesten gehen, etwa genauso weit, wie ich bis hier von Nordosten in die Lava eingedrungen war. Ich stellte mich also gleich auf weitere 1 1/2 h Quälerei ein und wurde nicht enttäuscht. Obwohl es tendenziell bergab ging, war ich nicht schneller. Als es schließlich geschafft war, setzte ich mich völlig erschöpft an einem kleinen Flüsschen ins Gras und genoss das Grün und Blau nach über 3 h Grau.
Eigentlich wäre ich müde genug gewesen, den Wandertag hier zu beenden. Aber es war erst 4 und ich wollte noch den Reykjavatn erreichen. Das zog sich noch einmal 3 h immer am Rand des Hallmundarhrauns entlang durch viele sumpfige Wiesen, die das Fortkommen auch nicht gerade erleichterten. Als der See schließlich in Sicht kam dauerte es noch einmal eine 1/2 h bis er auf einem überaus gewundenen Pfad, der sich kunstoll zwischen Sumpf und Lava schmiegt, endlich erreicht war. Dieser schmale, oft kaum erkennbare Pfad war übrigens die erste Andeutung eines Weges seit Hveravellir. Ich fand ein sehr idyllisches Plätzchen für mein Zelt, war aber zu erschöpft, die Abendstimmung bei bestem Wetter zu genießen.

1.7.2014 (Im Zelt) Der Rucksack ist zu 80% gepackt und ich will gerade das Zelt verlassen, als es von neuem auf's Zelt prasselt. Warten wir also noch kurz (?) ab und nutzen die Zeit, Tagebuch zu schreiben.
Gestern Abend gegen 9 hatte der starke Regen und Wind nach 6 h endlich nachgelassen und die ganze Nacht hindurch gab es nur gelegentliche Schauer. Leider habe ich wohl etwas zu leicht bekleidet in der Nacht mal das Zelt verlassen und bin etwas zu lange in der kalten, feuchten Luft gestanden. Als ich ich Zelt zurückkrabbelte fährt es mir plötzlich ins rechte Bein und ich habe Schmerzen, dass ich hätte schreien mögen. Hätte eigentlich niemanden gestört. An Schlaf war erst mal nicht mehr zu denken (nicht so schlimm, ich hatte ja fast den ganzen vorigen Tag verschlafen), aber wach und unbetäubt war das nicht auszuhalten. Schließlich nahm ich eine Schmerztablette und, wider Erwarten, hat sie tatsächlich gewirkt. Irgendwann war es nur noch ein dumpfes Ziehen im Bein und dann nickte ich wieder ein.
Ich nehme an es ist was man so "Ischias" nennt. Es tut auch jetzt noch ordentlich weh, wenn auch nicht mehr so stechend wie in der Nacht. Ich bin gespannt, wie ich damit gehen kann. Der Regen hat wieder nachgelassen. Also los.

2.7.14 (Reykjavík, Mál og Menning) Das ging jetzt schneller als erwartet: Ich bin schon wieder in Reykjavík und habe nun ein paar Tage mehr zwischen Café und Schwimmbad als geplant. Meinem Bein wird es hoffentlich gut tun. In Húsafell goss es heute Morgen in Strömen (es hat auch nicht mehr aufgehört, in Südisland wurde offiziell vor Hochwasser gewarnt) und es fährt kein Linienbus nach Borganes, so dass ich mich beim Warden nach einer Mitfahrgelegenheit erkundigte und wie's der Zufall wollte nahmen mich ihre Eltern gleich ganz bis Reykjavík mit.
Die ersten Schritte gestern, nachdem ich mein Zelt endlich abgebrochen hatte, waren furchtbar. Dabei hatte ich zunächst einfaches Gelände, denn ich wollte der Piste folgen, an der mein Zeltplatz lag. Aber ich humpelte und biss die Zäne zusammen, dass mir der Schweiß ausbrach. Aber was soll's, ich musste ja weiter. Nach etwa 15 Minuten gewöhnte ich mich auch an den Schmerz, dann war es nur noch das dumpfe Ziehen und ich kam ganz gut voran.
Die Piste führte schon bald in ein Lavafeld (oder eigentlich das Lavafeld, denn im Grunde hatte ich den Hallmundarhraun nie richtig verlassen, selbst wenn er hier anders heißen sollte). Der Untergrund bestand entweder aus größeren Flächen ebener Stricklava oder aus ganz feinem Lavasand dazwischen. Auf der festen Lava verlor war die Piste nicht mehr zu erkennen, lediglich im Sand fanden sich als einziger Anhaltspunkt immer wieder Fahrzeugspuren. Immer wieder war ich unsicher betreffend den weiteren Verlauf, fand aber schließlich den Weg. Als die Piste eine weit gezogene 180-Kurve machte, so dass ich tatsälich wieder zurück ging, war ich zwar einerseits sehr skeptisch, andererseits wäre es auch nicht so ungewöhnlich, dass ein Lavafeld nicht auf direktem Wege für ein Fahrzeug passierbar sein sollte. Schließlich mündete die Spur in eine andere und außer den gelgentlich erkennbaren Reifenabdrücken fanden sich nun auch Fußspuren. Ich kam mir vor wie Pu der Bär: War es ein Wuschel (wenn es das war)? Offenbar war ich im Kreis gegangen. Aber auch im zweiten Durchgang konnte ich die Piste beim besten Willen nicht finden. Lediglich ein Steinmann markierte irgendwas, so dass ich gewohnheitsmäßig darauf zu hielt. Das war's dann aber auch. Ich verließ mich wieder auf mein GPS, das mich zwar nicht täuschte, aber geradewegs und weglos in die Lava führte. Anfangs war der Unterschied zur "Piste" gar nicht groß, immer wieder ging es durch natürliche Täler mit feinem Sand, in denen ich gut voran kam. Dann änderte sich die Lava, sowohl farblich, als auch topografisch. Zu den bisher ausschließlich sichtbaren Grautönen gesellte sich das Grün von weichen Moospolstern über dem Gestein. Die Lava wuchs in die Höhe, bildete Höhlen, Spalten und Blasen, die gelegentlich kollabiert waren und tiefe Trichter hinterließen. Der größte dieser Art, den ich passierte, hatte einen Durchmesser von sicherlich 20 Metern. So ging es geschätzte 2 h, wobei ich mich bewusst etwas zu weit nördlich orientierte, weil ich hoffte früher oder später wieder auf eine Piste zu treffen. Das funktionierte tatsächlich, denn schließlich traf ich auf die Piste nach Álftakrókur.
Hier kam ich wesentlich schneller voran. Mein nächstes Ziel war die Lavahöhle Surtshellir und es bestand keine Gefahr mehr, den Weg zu verlieren. Bald passierte mich auch das erste Fahrzeug seit 3 Tagen, aber dabei blieb es dann erst mal. Das Wetter hatte die ganze Zeit gehalten, höchstens etwas Sprühregen mit dem kräftigen Südwind. Während ich die Piste langmarschierte zeigte sich sogar kurz die Sonne. Kurz vor Surtshellir begann es allerdings wieder zu regnen. Passenderweise wurde der Regen gerade am stärksten, als ich die Höhle, die ein paar hundert Meter abseits der Piste liegt, erreichte. Ich klettere so schnell es mit dem Rucksack ging über Altschnee hinunter in die Höhle und wartete dort das Schlimmste ab. Die Höhle war kalt, dunkel und voller Schnee.
Als ich wieder aus der Höhle stieg (der Regen hatte nachgelassen) traf ich auf eine kleine Reisegruppe (2 Jeeps). Ich verzichtete darauf, die benachbarten Höhlen ebenfalls zu besichtigen, denn ich wollte möglichst noch am selben Tag Húsafell erreichen. Der Piste folgend waren das noch etwa 15 km. Kein schwieriges Gelände mehr, aber der Weg zieht sich. Es regnete immer wieder leicht und der Wind bließ nach wie vor kräftig aus Süd. Auf der Westseite des Strútur (meinem Orientierungspunkt der letzten Tage) führt die Straße noch einmal hinauf über einen Pass. Ab da bließ mir der Wind derart pervers entgegen, dass ich Mühe hatte, gerade zu gehen. Mit sich brachte er Regentropfen aus einer Wolkenwand im Süden, die sich zum Glück kaum von der Stelle rührte. Gegen 5 erreichte ich Húsafell.